27.09.2011 - Auftaktveranstaltung „Unterhaltung von Gewässern III. Ordnung – fachlich gut, rechtssicher und zu angemessenen Kosten?!“ fand in Burgdorf statt

Die rechtlichen Anforderungen an die Gewässerunterhaltung haben sich in den letzten Jahren verändert. Neben der Sicherstellung des ordnungsgemäßen Abflusses hat die Gewässer-unterhaltung auch der Pflege und Entwicklung der Gewässer zu dienen. Diese vielfältigen Aufgaben der Gewässerunterhaltung können im Einzelfall im Widerspruch zu einander stehen. Wie ist diese Aufgabe deshalb fachlich gut, rechtssicher und zu angemessenen Kosten zu lösen?!

Eine landesweite Arbeitsgruppe mit Vertretern des Niedersächsischen Umweltministeriums, des Wasserverbandstages und von Wasserverbänden, von Unteren Wasserbehörden, Städten und Gemeinden, des Niedersächsischen Landvolks, eines Fischereiverbandes, eines Ingenieurbüros und der Kommunalen Umwelt-AktioN U.A.N. hat sich dieser Fragen angenommen und ein Veranstaltungskonzept erarbeitet, welches nun in Burgdorf den Auftakt fand. Weitere Veranstaltungen sollen künftig in anderen Regionen Niedersachsens folgen.



Rund 100 Leute kamen zur Auftaktveranstaltung im Schloss Burgdorf zusammen.

Das Statement für die Landwirtschaft hielt Herr Hasberg vom Landvolkkreisverband e.V.

Nach kurzer Begrüßung von Frau Dr. Flasche von der Kommunalen Umweltaktion U.A.N. führte Herr Windeler, Fachbereich Umwelt der Region Hannover, einleitend die Chancen einer veränderten Unterhaltung unserer Gewässer III. Ordnung aus und warb für die aktive Gestaltung der Umwelt vor der eigenen Haustür bei den Teilnehmern der Veranstaltung.
Herr Zeiler vom Wasserverbandstag erläuterte die rechtlichen Zusammenhänge und wies darauf hin, dass die Aufgaben der Gewässerunterhaltung im Einzelfall im Widerspruch zu einander stehen können.

Verwunderung und Diskussion lösten dann auch die Ausführungen von Herrn Tschöpe vom Büro Projektberatung Umwelt + Nachhaltigkeit aus Hamburg über das „wie“ der neuen Unterhaltung aus. Skepsis war gegeben, ob es wirklich zu keiner Beeinträchtigung des Abflusses kommen wird, aber auch großes Interesse an den Möglichkeiten, die in einer veränderten Unterhaltung liegen. Die veränderte Unterhaltung zielt darauf ab, den Fließgewässercharakter unserer Gräben und kleinen Bäche wieder herzustellen, indem kleinere Fließquerschnitte bei Niedrigwasser für eine größere Strömung sorgen, aber ausreichend Rückhalt für den Hochwasserfall sichergestellt ist.

Auf besonderes Interesse stieß die Ankündigung von Herrn Windeler von der Region Hannover, dass Pilotstrecken, die erste Erfahrungen mit dieser neuen Unterhaltung sammeln wollen, fachlich begleitet werden.

Nach reger Diskussion ging es dann per Bustransfer in die Burgdorf'sche Feldmark, um hier einen praktischen Eindruck an einem Graben III. Ordnung zu erhalten. Begleitend zu der Maschinenvorführung mit Schlegelmäher und Stromstrichmahd mit Mähkorb erklärte Herr Tschöpe die Vorgehensweisen und Möglichkeiten einer veränderten Unterhaltung, die Pflege + Entwicklung und ordnungsgemäßen Abfluss gleichermaßen berücksichtigt.


An einem Graben am Rande von Burgdorf wurde mit einer Maschinenvorführung die veränderte Unterhaltung mit Schlegelmäher und Mähkorb demonstriert.

Mit dem Mähkorb wurde eine "Filigran-Mahd" vorgeführt, wobei im Stromstrich gemäht, jedoch ein Krautsaum am Böschungsfuss stehengelassen wurde.
Die Tagesordnung sowie die Präsentationen der Vorträge stehen unten als Download zur Verfügung.

 

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Tagesordnung
Stand: 29.9.2011
6.71kb
01 - Warum lohnt es sich zu unterhalten
Stand: 29.9.2011
1081.08kb
02 - Rechtliche Rahmenbedingungen
Stand: 29.9.2011
65.09kb
03 - Warum unterhalten wir
Stand: 29.9.2011
4354.89kb
04 - Praxis Gewässerunterhaltung
Stand: 29.9.2011
7364.85kb
05 - Gewässerunterhaltung Burgdorf
Stand: 29.9.2011
1652.21kb